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Erfolg des Psychiatrischen Testaments

Der lange Arm der Irren-Offensive

In den 1980er Jahren hat Netzwerk die Irren-Offensive finanziell bezuschusst. Gefördert wurde damals die Broschüre "Das Psychiatrische Testament - Ein neuer Gesetzesmechanismus, um Menschen vor ‘Psychosen' und vor der Psychiatrie zu schützen".

Anfang der 90ziger Jahre haben einige Aktive und Gleichgesinnte die Irren-Offensive verlassen und für das Psychiatrische Testament geworben. Mittlerweile ist die BRD weltweit das einzige Land, in dem Vorausverfügungen auch im psychiatrischen Bereich ohne Wenn und Aber rechtlich geschützt sind: Das Betreuungsrechtsänderungsgesetz sieht seit 2009 gemäß § 1901 a (Patientenverfügung) kurz und bündig vor, dass ein einwilligungsfähiger Volljähriger "unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung" schriftlich festlegen kann, ob er "in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustandes, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt".

Die Durchsetzung der rechtlichen Anerkennung solcherart Vorausverfügungen ist eine, wenn nicht die Errungenschaft der humanistischen Antipsychiatrie. Das Modell der Vorausverfügung wird inzwischen auch angeführt als Mittel, die UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderung durchzusetzen: unterstützte statt stellvertretende Entscheidungsfindung.

Mehr Informationen: http://www.peter-lehmann.de & http://www.irren-offensive.de/geschichte.htm