Bestellen | Spenden | Mitglieder | Übersicht | Impressum |

Unterstützte Projekte 2011

Für das Richtige im Falschen

Netzwerk hat im Jahr 2011 31 Projekte finanziell und 12 Projekte infrastrukturell unterstützt. Darüber hinaus wurden circa 85 Projekte direkt zu Vernetzungsmöglichkeiten, Finanzierungsfragen, Vereinsgründung und Vereinsführung im Bezug zu ihren Projektideen beraten.

„Etwas fehlt" Utopien II - Utopie, Kritik und Glücksversprechen

Die jour fixe initiative berlin besteht seit Oktober 1997. Mit Vortragsreihen zur Kritik von Herrschaft, Ausbeutung und Unmündigkeit bietet sie eine Plattform für die Diskussion und Theoriebildung innerhalb der radikalen Linken an und will einen Beitrag zur Überwindung kapitalistischer Vergesellschaftung leisten. Die Vorträge der Veranstaltungsreihen liegen als Sammelbände bei Unrast vor. Die jour fixe initiative möchte damit zu einer Internationalisierung der hiesigen linksradikalen Debatten beitragen. 2011 hat jour fix bereits eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Utopie" erfolgreich umgesetzt. 2012 soll nun eine zweite Reihe zum Thema angeboten werden. Geplant sind sieben Veranstaltungen von Februar bis Juni 2012, an denen sich Referent_innen jeweils mit utopischen Themen auseinandersetzen. Der Eintritt ist frei. Netzwerk unterstützt die Initiative mit der Übernahme der Druckkosten.

Systemli.org

Das antifaschistische Technik-Kollektiv bietet Emaildienste, Instant-Massaging Server, auch einen Editor, auf dem Leser_innen kooperativ Texte schreiben und bearbeiten können, an. Es werden Websites gehostet und ein WAP-Ticker eingerichtet. Damit die Aufklärungsarbeit über Naziaktivitäten weiter bereitgestellt werden kann, unterstützte Netzwerk die Gruppe bei der Anschaffung von Sachmitteln.

Food Cooperative „Dickes Bee" - Gute Lebensmittel für alle!

Die Food Cooperative „Dickes Bee" ist ein gemeinschaftliches Lebensmittelprojekt, dass seit Juni 2011 besteht. Ziel ist es, Mitglieder und Interessierte für nachhaltige Nahrungsmittelversorgung zu sensibilisieren. Biologische und nachhaltige Lebensmittel sollen allen zugänglich sein und über die Schäden der Lebensmittelindustrie informiert werden, um Mitgliedern und Interessierten ein umweltfreundliches Leben zu ermöglichen. Die niedrigen Preise sollen durch die Menge der Ware, als auch durch Arbeitskooperativen beibehalten werden. Als Mitglied der „Food Cooperative" ist man gleichzeitig anteilig im Gesamtkreislauf der Lebensmittelproduktion involviert, in dem man einmal im Monat z.B. bei der Ernte dabei ist. Um die gesamte Idee voran bringen zu können unterstütze Netzwerk die Gruppe bei der Anschaffung von Sachmitteln.

Kampagne gegen den Naziaufmarsch im Februar 2012 in Dresden

Der jährliche Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 hat sich weiterhin zum größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis jeder Couleur in Europa entwickelt. Deswegen haben sich im Oktober 2011 bei der Aktivierungskampagne wieder Initiativen und Organisationen zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um sich gegen den erneuten Aufmarsch der Nazis zu stellen. Der Widerstand zieht dabei immer größere Kreise. 2011 waren es zuletzt 20.000 Menschen, die bundesweit angereist waren und sich an den Gegenaktivitäten beteiligten. Dieser Erfolg gelang maßgeblich durch die regionale Mobilisierungsarbeit und daran muss auch im nächsten Jahr angeknüpft werden. Der größer werdende Protest zog allerdings auch stärkere Repressionsmaßnahmen nach sich, mit denen der antifaschistische und zivilgesellschaftliche Protest gegen Nazis kriminalisiert wurde. Um zu Mobilisieren ist im Dezember 2011 eine erste Veranstaltung geplant. Darüber hinaus soll in einer weiteren Kampagne über die Repressionen aus Sachsen auf verschiedenen Ebenen öffentlichkeitswirksam aufgeklärt werden. Um beide Kampagnen voranzubringen unterstützt Netzwerk die Gruppe bei den Druckkosten.

Gegen Privatisierung und für Aufklärung über PPP-Irrwege

GiB - Gemeingut in BürgerInnenhand wurde Ende 2010 in Berlin gegründet und entstand direkt aus der bundesweiten Kampagne gegen Privatisierungsprozesse wie z.B. der Bahn- und Wasserbetriebe und sogenannten Public-Privat-Partnerschaften. Der Verein tritt für die Bewahrung und umfassende Demokratisierung aller öffentlichen Institutionen, insbesondere der Daseinsvorsorge, sowie für die gesellschaftliche Verfügung über Gemeingüter wie Wasser, Bildung, Mobilität, Energie etc. ein. Dabei hat er sich es auch zur Aufgabe gemacht lokale Kämpfe gegen Privatisierung zu vernetzen und mit Schwerpunktkampagnen zu bündeln. Gleich ihr erstes Projekt „Wollt ihr wissen?" im Frühjahr dieses Jahres zum Wasser-Volksentscheid zur Offenlegung der PPP-Geheimverträge in Berlin war durchweg erfolgreich. Es folgten Handreichungen und Flyer in denen Fakten und Folgen von Privatisierung verständlich aufgearbeitet und somit jedem zugänglich gemacht wurden. Um auch weiterhin Aufmerksamkeit für Sachverhalte und Themen der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Informations- und Mobilisierungsarbeit des GiB aufrecht zu erhalten, unterstütze Netzwerk den Verein bei der Anschaffung von Sachmitteln.

Beratungszentrum für Prekarisierte, Erwerbslose und Menschen aus der EU

Basta Berlin ist eine Initiative von Erwerbslosen Frauen und Männern, Niedriglöhner_innen, Student_innen sowie Einzelpersonen, die im Weddinger Kiez ein Beratungszentrum für Prekarisierte ins Leben gerufen haben. Durch das Zentrum soll HartzIV-Ausgegrenzten der Zugang zu unabhängiger Beratungen ermöglicht werden. Dabei steht man parteiisch auf Seiten der Betroffenen und gibt Tipps was man gegen Sanktionierung und Zwangsumzüge tun kann und wie man sich am besten zur Wehr setzt. Auch jenseits funktionaler Hilfe wird moralische Unterstützung für die drückende Situation von Erwerbslosen angeboten. Damit Basta Berlin seine Arbeit weiterhin aufrecht erhalten kann, unterstützt Netzwerk den Verein mit der Bereitstellung von Sachmitteln.

"Castor? Schottern!"

Der Widerstand gegen den Castor-Transport steigerte sich kontinuierlich mit einem vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2010. Zu tausenden haben sich Menschen an den Protesten gegen die unverantwortliche Verwendung von Atomenergie und seiner Risiken beteiligt. Der darauf folgende Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung bedeutet allerdings keineswegs eine Neuausrichtung der Energiepolitik: Atommeiler sollen noch bis ins nächste Jahrzehnt am Netz bleiben, jährlich hunderte Tonnen hochgiftigen Atommülls produzieren und das Risiko eines GAUs reproduzieren. Und das trotz der Gewissheit, dass es kein sicheres „Endlager" oder „Zwischenlager" geben kann! Der Protest muss weiter gehen! Um an den Erfolg des letzten Jahres anzuknüpfen, sollen regionale und lokale Initiativen unterstützt und vernetzt werden, um eine breite Stimmung gegen die geplanten Castortransporte in der Bevölkerung zu schaffen. Dazu ist eine breite Infokampagne in Berlin/Brandenburg geplant, an deren Ende eine Veranstaltung im November 2011 mit großer Mobilisierungskraft steht. Netzwerk unterstützt das Bündnis und übernahm die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit.

Anti-Atom-Mahnwache am Kanzleramt - Für Abschalten: S O F O R T !

Seit mehr als einem halben Jahr steht eine kleine Gruppe von Aktivist_innen täglich von 18-19 Uhr direkt vor dem Amtssitz der Bundesregierung und fordert bei Wind und Wetter: Sofortige Abschaltung aller Atomanlagen! Nach dem Kompromiss-Beschiss der Regierung, muss nun erst recht Aufklärungs- und Informationsarbeit geleistet werden, denn es werden weiter Atombetreiber gesponsert und rund um Deutschland sollen neue Atomanlagen errichtet werden. Der günstige Standort der Mahnwache ermöglicht eine breite Streuung der Aufklärungsarbeit und ständige Mahnung. Damit er aber auch im Winter effektiv sein kann, muss er trotz Dunkelheit gesehen werden. Nachdem die eigenen Mittel der Gruppe erschöpft sind, unterstützt Netzwerk die Gruppe bei der Anschaffung eines LED-Beamers und der Bereitstellung von Materiel für die Öffentlichkeitsarbeit.

Kongress des Bundesarbeiterkreises Kritischer Jurist_innen zum Thema Innere Sicherheit und Migration

Die kritischen Jurist_Innen sind eine basisdemokratische Fachschaftsinitiative der Freien Universität und Teil der bundesweiten Koordination der linken kritischen Initiative im juristischen Ausbildungsbereich. Die BAKJ setzt sich für eine antifaschistische, basisdemokratische und emanzipatorische Gesellschaft ein und wendet sich gegen jede Art von Diskriminierung. Rechtspolitische Themen sind u.a.: Migrations- und Asylpolitik, Kapitalismuskritik, Globalisierungskritik und Anti-Militarismus. Die kritischen Jurist_innen der FU sind auch dieses Jahr Mitveranstalter des halbjährlichen Kongresses. In rund 20 Workshops werden die Schwerpunkte Innere Sicherheit und Migration dargelegt und eingekreist. Dabei werden vor allem Mechanismen und Maßnahmen europäischer und deutscher Migrationsabwehr, die zur systematischen Ausgrenzung sowie Kontrolle von Flüchtlingen und Migrant_innen führen und sich tief in das Selbstverständnis der Gesellschaft gegraben haben, im Mittelpunkt stehen. Netzwerk unterstützt den Kongress mit der Übernahme der Kosten für die Technik.

Broschüre „5 Argumente gegen Anti-Muslimischen-Rassismus"

Der Verein ISKRA e. V. ist mit den inhaltlichen Schwerpunkten Antirassismus, Antifaschismus und der Auseinandersetzung mit Nationalismus in der Jugendkultur und Bildungsarbeit aktiv und kooperiert eng mit der linken Gruppe soziale Kämpfe. Nun soll eine Broschüre erstellt werden, die über Antimuslimischen Rassismus informiert und gegenteilige Realumstände deutlich macht. Als Leitfaden werden dabei geläufige Ressentiments verwendet, denen dann ein differenziertes Bild gegenübergestellt wird. So wird z.B. einem gängigem Ressentiment „Muslimische Jugendliche sind gewalttätiger als ihre nicht-muslimischen Altersgenoss_innen" Zahlen und Fakten gegenübergestellt, die dies argumentativ aushebeln. Darüber hinaus wird die Broschüre Perspektiven aufzeigen, wie eine gleichberechtigte Organisation sozialen Zusammenlebens gestaltet werden kann. Netzwerk unterstützt den Druck der Broschüre.

BarnimerAktionsReihe

In Bernau und Eberswalde zieht die neonazistische Jugendarbeit immer weitere Kreise. Zwar konnten Naziaufmärsche 2010 erfolgreich verhindert werden, doch finden ständig Nazi-Veranstaltungen wie Konzert etc. statt.
Die Antifaschistische Aktion Bernau, F.E.T.E. (Für ein tolerantes Eberswalde), Jusos Barnim und die Linksjugend Barnim veranstalten als Gegenaktion von September bis November 2011 eine antifaschistische Informationsreihe. Geplant sind zahlreiche Infoveranstaltungen, sowie Konzerte, Workshops und Filmabende. Die BAR wird von Netzwerk bei den Druck- und Raumkosten unterstützt.

Förderschwerpunkt 2011/2012 ...

Kampagne Steigende Mieten stoppen - Großdemo zum Thema
Mietsteigerungen, Verdrängung, städtische Armut und Gentrifizierung

Das Berliner Bündnis für eine Kampagne "Steigende Mieten stoppen!" wurde 2008 gegründet. Das Bündnis besteht aus vielen unterschiedlichen Akteur_innen im BereichWohnen, Kiezinis, Hausprojekten und Sozialinitiativen. Es werden unregelmäßig Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen organisiert. Nun ist am 3. September 2011 eine Großdemo zu o.g. Thema geplant. Der Termin liegt zeitlich kurz vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und soll die politisierte Stimmung dieser Zeit für sich nutzen zu suchen ohne den eigenen Standpunkt durch Delegation an die Parteien zu verlieren. Netzwerk beteiligt sich an den Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit und Mobilisierung.

 ... Projekte gegen Gentrifizierung!


Gegenmobilisierung zum Al Quds Tag 2011

Die Autonome Neuköllner Antifa, gehört zu einem Bündnis antifaschistischer und linksradikaler Gruppen, die zu Protesten gegen den Aufmarsch am diesjährigen Al Quds Tag am 27. August 2011 aufrufen. Der von islamistischen Antizionist_innen organisierte "Al Quds-Tag" ist hierbei als Event zu sehen, bei dem religiös fundamentalistische Forderungen auf die Straße getragen werden sollen. Die Besonderheit hierbei ist die Proklamation des modernisierten Antisemitismus in Form des Hasses auf den jüdischen Staat Israel. Neben der Mobilisierung zur Gegendemo, sind bei begleitenden inhaltlichen Veranstaltungen die Themen: Geschichte des Al-Quds-Tags, zur aktuellen Situation im Iran, zur Bedeutung der Hisbollah und Hamas in Deutschland und der Welt sowie die verschiedenen Facetten des Antisemitismus geplant. Netzwerk unterstützt das Bündnis mit der Übernahme der kosten für die Öffentlichkeitsarbeit.


Stadtteilgarten Schillerkiez - Ideenplanung Tempelhofer Feld

Menschen aus der ehemailgen Initiative „Tempelhof für alle" organisieren seit ca.
anderthalb Jahren Stadtteilversammlungen. Zu verschiedenen Themen und bringen das Magazin „RandNotizen" heraus. Ihre Gruppe wurde für eine Zwischennutzung auf dem Tempelhofer Feld angenommen. Dort gibt es Infotafeln und eine Ausstellung zur Kampagne zur Öffnung des Flughafens. Zukünftig wollen sie über die geplante Bebauung, Bürger_innenbeteiligung und die Geschichte des Tempelhofer Feldes in Form von öffentlichen Veranstaltungen und regelmäßig auf dem Tempelhofer Feld berichten. Netzwerk finziert Druckkosten und die Anschaffung eines Megaphons.

Veranstaltungsreihe Was tun mit "Kommunismus" ?!

Eine Gruppe von Menschen bereiten für die Abende des 31.Oktober bis zum 02. November 2011 im Mehringhof, dem Haus der Demokratie und im Roten Salon der Volksbühne eine Veranstaltungsreihe zum Thema Was tun mit "Kommunismus"?! vor. Das Besondere an dem Projekt ist, dass Oppositionelle aus Ost und West gemeinsam auf die Spuren der eigenen Vergangenheit gehen und nach emanzipatorischen, nicht- autoritären Auswegen aus dem Kapitalismus suchen. Netzwerk Selbsthilfe ist Mitveranstalter der Reihe und trägt die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit.

Feministisches Bau-und Begegnungscamp in der Uckermark

Auch in diesem August findet wieder das Antifaschistische und Feministische Bau- und
Begegnungscamp, organisiert von der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. auf dem Gelände des ehemaligen KZ für Mädchen und Frauen Uckermark statt. Im Rahmen der Vorbereitung finden Veranstaltungen statt, die über die Geschichte des historischen sowie über die aktuelle Situation informieren. Neu in diesem Jahr ist die Auseinandersetzung und kritische Begleitung zur Zukunft des Geländes. Auch werden wieder Zeitzeuginnen eingeladen. Der Hauptförder des Camps hat abgesagt und so übernimmt Netzwerk die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit und Material vor Ort.

Prozesse gegen deutsche NS-Täter in Verona

Eine Gruppe aus Berlin organisiert eine Veranstaltung, welche über die lange verschleppten Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher der Wehrmacht aufmerksam machen will. In Deutschland gibt es bisher keinerlei Berichterstattung über den Prozess. Da das Prozessende in den nächsten Wochen erwartet wird und eine möglichst breite Öffentlichkeit auf die Geschehnisse in Italien aufmerksam gemacht werden soll, wird Marianne Wienemann wird am 27. Mai 2011 im Statthaus Böcklerpark über den Verlauf und den aktuellen Stand des Prozesses berichten und auf allgemeine Probleme der Strafverfolgung von NS-Tätern eingehen. Sie ist Prozessbeobachterin und Mitarbeiterin des Instituts zur Geschichte der Resistenza und zur Zeitgeschichte in Reggio-Emilia (Istoreco). Netzwerk fördert die Raummiete und die Öffentlichkeitsarbeit.

Veranstaltungsreihe zum 50. Jahrestag der Eichmann-Prozesse

Das Jugendbündnis ALKALIJ wird in Kooperation mit der Antifa Hohenschönhausen eine Veranstaltungsreihe für Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene anlässlich des 50. Jahrestages des Prozesses gegen Adolf Eichmann durchführen. Es wird zwei Diskussionsveranstaltungen, einen Filmabend und einen gemeinsamen Besuch der Ausstellung in der Topographie des Terrors geben. Die Veranstaltungen werden an drei verschiedenen Orten in Berlin-Lichtenberg stattfinden. Netzwerk unterstützt das Projekt mit einem Zuschuss zur Öffentlichkeitsarbeit und Filmmiete.

Antirassistische Aktionstage 2011

Die antirassistische Aktionstage, organisiert vom ABOLISH!-Netzwerk werden vom 9. bis zum 11. Juni 2011 in Berlin stattfinden. Bei einer bundesweiten Konferenz antirassistischer Gruppen und selbstorganisierter Flüchtlingsgruppen im Februar 2011 in Nürnberg wurde vereinbart, dass es eine Flüchtlingskonferenz in Berlin geben wird, gekoppelt an Aktionstage und eine anschließende gemeinsame Demo am 11. Juni 2011 durch Berlin-Mitte. Adressat der Forderungen nach Abschaffung aller diskriminierenden Sondergesetze gegen MigrantInnen ist vor allem die Bundesregierung . Die Flüchtlingskonferenz wird im Statthaus Böcklerpark stattfinden.
Netzwerk unterstützt das antirassistische Netzwerk mit der Förderhöchstsumme für die Beförderung von Flüchtlingen zur Konferenz, Technikmiete und Teilen der Öffentlichkeitsarbeit.

Förderschwerpunkt 2011/2012 ...

„Geschichte wird gemacht" - Aktionen zu 30 Jahre Häuserkampf in Berlin

Dieses Jahr jährt sich die Hochzeit der Hausbesetzer_innen- und Kollektivbewegung zum 30ten Mal. Aus diesem Anlass gibt es eine Gruppe, die in der Woche vom 9. bis 18. September 2011 zur „Woche der Widerständigen" einlädt und mobilisiert. Ehemalige Besetzer_innen und Kollektivist_innen aus den 80ern und Aktivist_innen von heute, wollen mit „Alten" und „Jungen" zusammen die damaligen Erfahrungen kritisch beleuchten und den Austausch anregen; eine Brücke zwischen „damals" und „heute" schlagen. Es sollen aktuell existierende Ansätze und Initiativen einem größeren Kreis bekannt und alle potentiell Aufsässigen zum Mitmachen aufgerufen werden. In unterschiedlichen Formen wie Erzählcafes, Diskussionsveranstaltungen, Foto-Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Filmvorführungen, Workshops und einem Tag der Offenen Tür in ehemals und aktuell besetzten Häusern soll es um Fragen und Themen mit damaliger und aktueller Brisanz gehen.
Es beteiligt sich ein großer Teil der Berliner Hausprojekte, Kollektive und politische Initiativen an der Aktionswoche. Da darf Netzwerk nicht fehlen. Deshalb unterstützt Netzwerk das Projekt mit der Förderhöchstsumme für die Finanzierung der Plakate und die Foto-Ausstellungen.

... Projekte gegen Gentrifizierung!

Praxis der Gentechnik-Konzerne durchbrechen

Von Mai bis September 2011 wird eine Veranstaltungsreihe mit Abend- und Tagesveranstaltungen und einem Wochenseminar zur Praxis der Gentechnik-Konzerne und Lobbyisten im Norden und im Süden, den Folgen des Einsatzes von Gentechnik sowie zu grundsätzlichen ethischen, aber auch wirtschaftlichen Fragen der Nutzung von Gentechnik, stattfinden. Nicht zuletzt soll es am Beispiel der Landwirtschaft auch um Alternativen zur Gentechnik gehen.  Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom solar e.V., der im Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ) in Berlin Weißensee ansässig ist. Netzwerk unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit und beteiligt sich an den Raumkosten.

Mit dem JugendWohnProjekt MittenDrin nach Ravensbrück

Das seit 17 Jahren in Neuruppin in Brandenburg existierende JugendWohnProjekt MittenDrin organisiert in diesem Jahr zum zweiten mal ein freiwilliges Workcamp auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Ravensbrück. Dort werden knapp 40 Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region in Kooperation mit der Gedenkstätte für eine Woche arbeiten und Seminare besuchen. Da der Verein wegen der sogenannten „Extremismus-Klausel" Probleme hat, an öffentliche Gelder zur Finanzierung zu kommen wird dieses selbstorganiserte Workcamp von Netzwerk bezuschusst.

Gedenkreihe zum Jahrestag der Befreiung

Ein Bündnis plant eine Gedenkreihe zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 9. Mai 1945. Ergänzend zur Reihe wird eine Broschüre erarbeitet. Die Broschüre wird nicht nur die zeitlichen Abläufe der Befreiung schildern, sondern auch Zeitzeug_innen zu Wort kommen lassen. So wird u.a. Günter Kunert (Vorsitzender des P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland) in einem Interview seine Erinnerungen an die Befreiung Weißensees berichten. Zusätzlich schreibt der Historiker Wanja Abramowski einen Artikel zu antifaschistischem Widerstand im Nordosten Berlins. Um auch einen Bezug zur heutigen Zeit herzustellen, thematisiert ein weiterer Text Geschichtsrevisionismus in tagesaktuellen Debatten als politisches Machtmittel. Die Artikel werden mit historischen und aktuellen Fotos von Orten der Befreiung und des Widerstandes ergänzt. Netzwerk fördert den Druck der Broschüre.

„Niemand ist vergessen" - Zum Gedenken an Dieter Eich

Ein Bündnis engagiert sich seit über 10 Jahren für das Gedenken an den von Neonazis ermordeten Sozialhilfeempfänger Dieter Eich. Die Gruppe organisiert in diesem Jahr am 16. Mai eine Podiumsveranstaltung zu der Diskussion um die „Opferzahlen-Debatte". Des weiteren bemüht sich die Gruppe um einen Gedenkstein für Dieter Eich. Außerdem wird die Broschüre „Niemand ist vergessen" neu aufgelegt, in welcher es um Methoden der sozialen Ausgrenzung, Arbeitskritik und die Opferzahlen-Debatte geht sowie ein Auswertungspapier zur antifaschistischen Gedenkarbeit erscheinen soll. Netzwerk beteiligt sich an den Druckkosten.

Förderschwerpunkt 2011/2012 ...

Suppe & Mucke gegen Gentrifizierung

Das unkommerziell organisierte Straßenfest Suppe & Mucke findet seit 2009 in Friedrichshain mit Unterstützung ansässiger Initiativen und Vereine statt. Dort gibt es für zivilgesellschaftliche Gruppen und Initiativen die Möglichkeit einen eigenen Infostand mit Suppenausschank anzubieten. Daneben gibt's Musik, Theater u.v.m. In diesem Jahr am 20. August ist das nächste Straßenfest geplant.  Netzwerk unterstützt die Organisator_innen bei der Öffentlichkeitsarbeit.

... Projekte gegen Gentrifizierung!

Gedenkstättenfahrt zur Wewelsburg

Die vom JUP e.V. in Kooperation mit dem VVN-BdA Pankow organisierte Fahrt zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg soll den Teilnehmer_innen die Möglichkeit eröffnen, sich anhand von Täterbiographien, mit Entscheidungs- und Handlungsspielräumen dieser auseinanderzusetze.  Die Gruppe wird zusätzlich zur 3tägigen Fahrt mittels mehreren Vorbereitungstreffen und einem Nachbereitungstreffen mit öffentlicher Abendveranstaltung zum Thema "Rechtsextremismus und Geschichtsmythen", tiefer in das Thema einsteigen. Netzwerk finanziert den Druck des Projektflyers und Materialkosten.

Kampagne gegen Zwangsumzüge

Die Kampagne gegen Zwangsumzüge bietet seit der Einführung von Hartz IV ein Notruftelefon für Menschen an, die vom Jobcenter eine Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft erhalten haben. Zwei mal in der Woche sitzen ehrenamtliche BeraterInnen am Telefon. Sie sind mit Stadtteilinitiativen und politischen Gruppen vernetzt. Netzwerk übernimmt, wie schon im vergangenen Jahr einen Teil der laufenden Kosten für das Angebot.

Antifa Gruppe Oranienburg

Die Antifa Gruppe Oranienburg wird am 19. März 2011 eine Antirassismus-Demonstration in Oranienburg veranstalten. Neben Zwischenkundgebungen an historischen Orten, wird es am Ende der Demo ein Openair-Konzert in einem Viertel geben, welches für Nazis bekannt ist. Im Vorfeld wird eine Broschüre erscheinen, die sich mit der lokalen Naziszene beschäftigt. Netzwerk fördert diese wichtige antifaschistische Arbeit und beteiligt sich an den Kosten, die für die Demonstration entstehen.

Frisch serviert vom Krisenherd 2011

Ein Aktionsbündnis plant, wie schon im Jahr 2009 und 2010, von Anfang April bis zum internationalen Tag des Widerstandes und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung von Via Campesina am 17. April 2011 eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Frisch serviert vom Krisenherd" zu der Thematik Landwirtschaft und Ernährung. Angesprochen werden soll eine interessierte globalisierungskritische, ökologisch orientierte und nach Alternativen suchende Öffentlichkeit. Bei den Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen geht es der Gruppe um Diskussion und Erfahrungsaustausch, Vernetzung von Aktiven und Aktivierung der städtischen Bevölkerung. Netzwerk bezuschusst, wie schon 2009 und 2010 die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe.

Kontrollverluste Festival 2011

Das Kontrollverluste Festival findet seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre im Bezirk Treptow-Köpenick statt. Die Organisator_innen sehen seit Jahren, dass sich dort ein rechtes und offen rassistisches Weltbild im Straßenbild etabliert. Die Vorbereitungsgruppe, welche aus einem Bündnis von Jugendinitiativen, Köpenicker Vereinen und Einzelpersonen besteht, plant am 20. August 2011 ein unkommerzielles, selbstorganisiertes Festival mit ca. 1.000 bis 2.000 Besucher_innen im Kranbahnpark Schöneweide. Im Vorfeld soll es in Jugendclubs im Bezirk Projekte geben, welch das politische Engagement gegen Nazis und das Aufzeigen von Subkulturen ermöglichen. Netzwerk unterstützt das Festival mit der Übernahme von Sachkosten.