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38 Jahre Netzwerk

Der Beginn einer wunderbaren Zukunft!

Eine bewegte Geschichte

Gegründet wurde Netzwerk am 23. November 1978 im Audimax der Technischen Universität. In der Ära der Berufsverbote sollte ein Selbsthilfenetzwerk für Betroffene auf der Basis der Prinzipien Subsidiarität (Hilfe zur Selbsthilfe), Selbstverwaltung und genossenschaftlichen Arbeitsweise gegründet werden. Die anfängliche Idee war eine Versicherung für die Betroffenen der Berufsverbote im öffentlichen Dienst, die gegen Zahlung eines Existenzminimums in Alternativprojekten ihres Interesses arbeiten können sollten. Die Finanzierung sollte auf einem Solidaritätsfonds basieren, der ein Netz von selbsthilfeorientierten Projekten unterstützt. Diese Projekte erhielten dann auf Antrag zinslose Darlehen und nicht rückzahlbare Zuschüsse. Im Jahre 1979 verzeichnete Netzwerk circa 4.000 Mitglieder. Zu den Gründungsmitglieder zählten Prominente wie Rudi Dutschke, Otto Schily, Hans Magnus Enzensberger und Günter Wallraff.  

Enstehung des politischen Förderfonds

Aus diesen Anfängen entstand ein neues Projekt. Als die Praxis der Berufsverbote zum Teil aufgehoben wurde, wurde der Verein in einen Förderfonds umgewandelt mit dem Ziel, politisch-links-alternativen Projekten und Initiativen unter die Arme zu greifen. Der Verein gewann im Rahmen einer Anfang der 80er Jahre einsetzenden breiten Diskussion um Alternative Ökonomie bundesweite Bedeutung. Um auf Dauer eine ausreichende Nähe und damit effektive Kontrolle der Förderung zu gewährleisten, hat sich Netzwerk im Laufe der Jahre regionalisiert. Heute gibt es in Deutschland verschiedene Vereine, die unter gleichem oder ähnlichen Namen denselben Zweck verfolgen. Zudem publizierte Netzwerk zahlreiche Ratgeber wie zum Beispiel bis heute die Fördertopfbroschüre.

Netzwerk Beirat 1979

Viel gefördert ...

Zahlreiche, inzwischen etablierte Projekte wären ohne die Förderung durch Netzwerk nicht möglich gewesen. Mit einer Anschubfinanzierung wurde 1980 der erste Redaktionscomputer der tageszeitung (taz) vorfinanziert. Netzwerk half bereits 1979 der Berliner Kabarett Anstalt (BKA) und der UfA-Fabrik (internationales Kultur- und Veranstaltungszentrum auf den ehemaligen UfA-Filmstudios in Berlin-Tempelhof) bei ihren Anfangsschwierigkeiten. 1980 bezog Netzwerk mit sechs anderen Projekten den ehemaligen Firmenstammsitz der Berthold AG in Kreuzberg und gründete mit ihnen die Mehringhof GmbH. 1981 gründete sich aus dem Netzwerk die Initiative „Goldrausch e.V." zur Förderung von Frauenprojekten. 1982 in der Hochphase der Hausbesetzungen wurde die Trägergesellschaft Netzbau GmbH zur Vermittlung zwischen BesitzerInnen, HausbesetzerInnen und Senat gegründet. Hieraus ging die Stattbau GmbH zur behutsamen Stadterneuerung hervor. 1984 erhielt die Ökobank die Initialzündung durch eine Anschubfinanzierung von Netzwerk.

In der Mitte der 1980er Jahre veränderte sich die Situation. Die selbstverwalteten Betriebe konnten nun auf Kredite von Banken zurückgreifen. Daher verschob sich die Förderung in Richtung auf kleine politische, soziale und kulturelle Initiativen und Projekte, die keine Gelder aus dem öffentlichen Topf bekommen konnten. Von nun an wurden auch politische Kampagnen und Initiativen unterstützt, hierzu zählte die Kampagne zum Volkszählungsboykott (1987), die Kampagne gegen die Tagung des Internationalen Währungsfond in Berlin (1988) und die Kampagne gegen eine Explosion der Gewerbemieten (1991) sowie die Initiative zur Gründung des Kreuzberger Tauschrings (1997), die Gründung der „Initiative Anders Arbeiten oder gar nicht" (2000), die ersten Gehversuche des Internetportals Indymedia Deutschland (2001), die Kampagne für die Opfer von rassistisch motivierter Polizeigewalt (KOP) (2002) die Etablierung des Netzwerk Grundeinkommens (2004) und Starthilfe für das NETZ Kompetenzzentrum für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg eG (2006).